Kürzlich war ich im Theater1, und das Publikum war ziemlich genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Angesetzt war “Sei gegrüßt und lebe!”, im Untertitel “Briefwechsel Brigitte Reimann und Christa Wolf 1963 – 1973, eine Freundschaft in Briefen und Tagebüchern”. Es kamen also vorwiegend Frauen - denn für Frauen interessieren sich immer noch vorwiegend: genau. Und von denen vor allem Ältere, auch einige Jüngere.
Auf der schlichten Bühne lasen Fanny Staffa und Christine Hoppe. Es war aufregend, es war wütend, ohnmächtig und am Ende auch sehr traurig und Herzensanrührend. Man erfuhr viel über die Freundschaft der beiden, über die Verhältnisse, an denen sie sich rieben (und manchmal scheiterten), über ihr Leben als Schriftstellerinnen, die ihre Gesellschaft2 gestalten wollten.
Wie gut, dass es mindestens noch eine weitere Vorstellung geben wird, und zwar am 14. März, Tickets gibt es hier.
Den überaus interessanten und einen tiefen Einblick gewährenden Briefwechsel/Auszug aus Tagebüchern kann auch selbst gelesen werden.
Und weil das hier die Sonntagsausgabe und eine späte dazu ist: Dieses Buch von Christa Wolf ist eine große Empfehlung, und man kann es gar nicht genug lobpreisen (ich meinte mich zu erinnern, es schon für Studio B besprochen zu haben, fand aber im Archiv nichts dazu. Vielleicht war aus diesem Plan nichts geworden.): Stadt der Engel. Es werden ja öfter mal Bücher über die DDR - oder wie es damals und danach war und was davon stimmt und was nicht und ob es überhaupt darum gehen kann - besprochen. Das hier ist eines der besten, die ich kenne.3
Von Brigitte Reimann sind verschiedene Erzählungen und Bände erschienen, einige erst nach ihrem frühen Tod oder dem Ende der DDR. Ein Buch, welches ich mir gerade selbst geschenkt habe, ist dieses hier:
Ich bin gespannt, wie Brigitte Reimann über ihr Leben schreibt, auch vor dem Hintergrund, dass sie die DDR nicht verlassen konnte (außer ins sozialistische Ausland, klar).
Einen schönen Sonntagabend!
im Kleinen Haus in Dresden
die DDR.
Das muss nichts heißen, auch klar.



