Irmgard Lumpini
In unserer Nachbarschaft ändert sich viel, und manchmal gehe ich eine der Straßen in Dresden entlang und alles scheint anders zu sein: neue Cafés, neue Restaurants, neue Orte zum Begegnen, und alte Orte, die ich einfach noch nie gesehen habe.
Manchmal entdeckt man Orte auch wieder: heute: das Gartenlokal Fortschritt! Mein letzter Besuch lag viele Jahre zurück, obwohl es dort schon seit einigen Monaten jede Menge Veranstaltungen gibt. Letzte Woche gab es ein Deutsch-Tschechisches Pubkvíz, dank einer Team-Mitgliedschaft mit den 2 allerschlauesten tschechischen Freunden war der Sieg nur Formsache. Wieder einmal wurde mir schmerzlich bewusst, wie wenig Ahnung ich vom Nachbarland habe, und wie viele Sachen es zu entdecken gibt. Zum Glück ist einer der Preise in der hübsch gefüllten Preistasche ein Buch gewesen: das hier:
“Fin de siècle: tschechische Novellen und Erzählungen”. Der Band ist in der Reihe DVA - Tschechische Bibliothek erschienen. Deren Ziel - Zitat: “Die Reihe vereint den klassischen Bestand tschechischer Literatur- und Geistesgeschichte. Dazu gehören Romane, Erzählungen, Lyrik, Novellen und Dramen. Auch die Texte tschechischer Philosophen und die Essays der Prager kubistischen Avantgarde wurden editiert. Das Augenmerk lag auf Künstlern, Philosophen und Publizisten des 19. und 20. Jahrhunderts. Eine Besonderheit der Reihe ist, dass viele der Werke erstmals auf Deutsch erscheinen”. Veröffentlicht wurden 33 Bände1, ich fange dann mal an.
Herr Falschgold
Eigentlich als Literaturpodcast gedacht, neigt zumindest Herr Falschold aktuell ein wenig zum Doomerismus. Dass der auch sexy sein kann, zeigt alle paar Wochen Benn Jordan, der lebende Beweis, dass Punks nicht dumm und hässlich sein müssen. Im Dezember empfahl er Weihnachtsgeschenke, die man nicht bei Amazon kaufen muss
nachdem er in den Monaten zuvor den Amerikanern bewiesen hatte, dass sie im Jahr 1984 leben:
Aber wenn die Kacke nicht so am dampfen wäre, wäre Benn Jordan eigentlich nur Musiker und Audiophiler in der nichtarschlochseinsten Art und Weise, weshalb man diesen Kanal hier abonnieren sollte.
Warum aber ausgerechnet 33 Bände? „Es gibt einen tschechischen Zungenbrecher“, sagt Zimmermann, „Dreihundertdreißig Lerchen fliegen übers Dach“. Wir haben nun dreiunddreißig Lerchen über deutsche Dächer fliegen lassen und hoffen, dass sie wahrgenommen werden.“




