Eine Freundin empfahl mir den Mitschnitt eines eher kurzen Gesprächs auf der letzten re:publica, dass aufschlussreich ist und entlarvender, als das vermutlich geplant wurde. Daran ist alles und nichts zu skandalisieren, besonders interessant wird es aber dadurch, dass eine der Sprechenden - Mareice Kaiser - die ihr zugedachte Rolle nicht nur verweigert, sondern dann auch noch tut, was oft gefordert, hier aber gar nicht vorgesehen war: ihren Platz solidarisch zur Verfügung zu stellen. Und in dem sie kurz über das spricht, was alle gerne hätten, nämlich Geld, werden die Plätze dann doch sichtbarer als gedacht. Dann sind für den einen 160.000 Euro gar nicht viel, die monatlich 200 Euro, die es braucht, um den gewalttätigen Mann zu verlassen, aber die ganze Welt für eine Köchin.
Und weil das nicht Hollywood ist, ist das nicht alles schwarz und weiß und gut und böse, sondern teilweise ganz schön hingenölt. Vermutlich wisst ihr das meiste schon, ihr Schlaumeisen, hier sind aber ein paar kleine (oder große) Glühbirnen eingebaut, die uns nicht nur wissen, sondern verstehen und begreifen lassen.
Sehr empfehlenswert finde ich das hier: Francis Seeck, “Zugang verwehrt”.
Die Bücher der Leute aus dem Talk:
Mareice Kaiser: “Wie viel: Was wir mit Geld machen und was Geld mit uns macht”
Hanno Sauer: “Klasse: Die Entstehung von Oben und Unten”



